Kognitive Minderheiten in Leipzig und Dallas

Ziel dieses laufenden Forschungsvorhabens ist es, durch die komparative Untersuchung ›kognitiver Minderheiten‹ herauszufinden, wie Menschen eine von ihrer sozialen Umgebung abweichende Wirklichkeitsdefinition aufrechterhalten. In einem komplementär aufgebauten Forschungsdesign soll rekonstruiert werden, wie die Welt für eine religiöse Gruppierung (Evangelikale) in einer stark säkularisierten Stadt (Leipzig) und für eine Gruppe von Zweifelnden und Suchenden (Unitarier) in einer von evangelikaler Religiosität geprägten Stadt (Dallas) jeweils wirklich wird.

Vor dem Hintergrund einer wissenssoziologischen Theorieperspektive gehe ich davon aus, dass Wirklichkeitsdefinitionen in einem permanenten Wechselspiel zwischen der subjektiven Ebene des Bewusstseins und der objektiven Ebene der Institutionen und geteilten Sinnstrukturen entstehen. Um das Thema zu bearbeiten, wird entlang einer rekonstruktiven Methodologie ein ethnografischer Forschungsansatz gewählt, der teilnehmende Beobachtung mit narrativen Interviews verbindet. An aktuelle religionssoziologische Debatten anschließend, soll das Projekt erstens einen empirisch fundierten mikrosoziologischen Beitrag zur Verhältnisbestimmung von Stadt, Religion und Moderne leisten und damit zweitens an der konzeptionellen Weiterentwicklung neuerer religionssoziologischer Theorieansätze mitwirken.

DFG-Sachbeihilfeprojekt. Laufzeit 10/2017 – 09/2020

AKTUELLES

Neuerscheinungen

Steets, Silke (2019): Die Relationalität des Sozialen: Von ›dicken‹ und ›dünnen‹ Subjekten und der Soziologie als kopernikanischem Sonnensystem. In: Zeitschrift für Qualitative Forschung 20, Heft 1. S. 127–140.

Steets, Silke/ Schmidt-Lux, Thomas (2019): Die Hermeneutische Wissenssoziologie nach dem material turn: Theoretisch-methodologische Überlegungen zur Erforschung der gebauten Welt. In: Hitzler, Ronald/ Reicherts, Jo/ Schröer, Norbert (Hrsg.), Kritik der Hermeneutischen Wissenssoziologie. Weinheim: Beltz-Juventa. S. 230–242.

NEWS ARCHIVE (DE/EN)

SUCHE