Leipzig Protestatlas

»Sobald man geografische, ökonomische oder demografische Daten kartiert, handelt man politisch, weil man notwendigerweise eine Auswahl treffen muss«, schreibt der Kartograf Philippe Rekacewicz. Karten sind seit jeher Instrumente der Raumbeherrschung. Sie versammeln Wissen über ein meist klar abgegrenztes Territorium, dienen der Orientierung und sind Voraussetzung für bestimmte Handlungen in diesem Raum. Vor diesem Hintergrund entstand ein Atlas lokaler Protestbewegungen Leipzigs.

Räumlich gesehen ist städtischer Protest eine Form der Handlung, die in der Regel nicht über einen eigenen Ort verfügt, sondern temporär in den Raum der Anderen, der Herrschenden eindringt und dort Regeln außer Kraft setzt. Leipzig Protestatlas dokumentiert und visualisiert räumliche und zeitliche Dimensionen lokaler Protesthandlungen. Auf zwei Überblickskarten werden symbolträchtige Protestorte markiert, auf kleinmaßstäblichen Karten werden die Zusammenhänge zwischen Orten und konkreten Protesthandlungen sichtbar gemacht und die Choreografie von Protestereignissen visualisiert.

Die Publikation umfasst 144 Seiten mit 6 ausklappbaren Karten und Texten u. a. von Dieter Rink und Kai Vöckler.

Publikations- und Kartierungsprojekt zusammen mit Reinhard Krehl, niko.31 (Leipzig) und Jan Wenzel, Spector Books (Leipzig), 12/2004 bis 06/2005

Download: Flyer Protestatlas – Übersichtskarte

AKTUELLES

Neuerscheinungen

Steets, Silke (2019): Die Relationalität des Sozialen: Von ›dicken‹ und ›dünnen‹ Subjekten und der Soziologie als kopernikanischem Sonnensystem. In: Zeitschrift für Qualitative Forschung 20, Heft 1. S. 127–140.

Steets, Silke/ Schmidt-Lux, Thomas (2019): Die Hermeneutische Wissenssoziologie nach dem material turn: Theoretisch-methodologische Überlegungen zur Erforschung der gebauten Welt. In: Hitzler, Ronald/ Reicherts, Jo/ Schröer, Norbert (Hrsg.), Kritik der Hermeneutischen Wissenssoziologie. Weinheim: Beltz-Juventa. S. 230–242.

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